New Work: Utopischer Zukunftstrend oder revolutionäre Realität?


Wir präsentieren Ihnen: Den Megatrend New Work!

Hatten Sie bereits das Vergnügen mit der Floskel, die gefühlt immer häufiger in den Raum geworfen wird, sich aber in ihrer Bedeutung nicht so recht greifen lässt?

Old Work und New Work hier, Arbeitswelt 4.0 da. Immer häufiger suggerieren uns solche und ähnliche Schlagworte, dass sich unser allgemeines Verständnis von Arbeit grundlegend verändert. Aber wie eigentlich?

Wir verraten Ihnen, was es mit dem Konzept von New Work auf sich hat und welche Potentiale die Entwicklung für Ihr Unternehmen bereithält.


Woher kommt eigentlich New Work?

So wie viele andere eingedeutschte Begriffe erweckt New Work den Anschein, dass es sich um ein noch relativ junges Thema handelt. Tatsächlich ist die Idee aber viel älter.

Das Konzept geht auf den 1930 in Sachsen geborenen Prof. Dr. Frithjof Bergmann zurück. Er beschäftigte sich als Sozialphilosoph vor allem mit der Freiheit der Menschen und wie diese mit der Arbeit vereinbar sei. Vor diesem Hintergrund gewann er in den Jahren 1976 bis 1979 bei Reisen in die ehemaligen Ostblockländer wichtige Erkenntnisse, die das Fundament seiner weiteren Thesen sein sollten.

Bergmann stellte fest, dass der Sozialismus keine zukunftsfähige Lösung für die Arbeitswelt sei. Auch die klassische Lohnarbeit des Kapitalismus würde aus seiner Sicht nicht mehr lange funktionieren. Die Gründe hierfür sah er unter anderem darin, dass die Ära der Industrialisierung längst ihr Ende gefunden hatte und der Automatisierung immer größere Aufmerksamkeit gewidmet wurde.

So machte es sich der Philosoph in den folgenden Jahren zur Aufgabe, ein alternatives Modell für die Organisation von Arbeit zu entwickeln. Im Hauptfokus lagen dabei vor allem Werte wie Freiheit und Selbstverwirklichung. Der Mensch sollte nicht mehr der Arbeit dienen, sondern die Arbeit dem Menschen.

Neben seiner Thesen schuf Frithjof Bergmann auch praktische Ansätze, indem er in der amerikanischen Automobilstadt Flint das “Zentrum für Neue Arbeit” gründete. Dort drohten in einem Unternehmen Massenentlassungen, die er mit einem bahnbrechenden Vorschlag abwenden konnte. Die Belegschaft wurde in zwei Gruppen geteilt, die sich in ihren Aufgaben abwechseln sollten. Für sechs Monate arbeitete die eine Hälfte der Belegschaft, während die andere sein Zentrum besuchte. Dort hatten Arbeiter zum ersten Mal die Chance, Tätigkeiten nachzugehen, die sie wirklich interessierten und die sie als sinnstiftend empfanden.

Frithjof Bergmann wurde dadurch mit der Zeit zum geistigen Vater eines revolutionären Umdenkens. Er zeigte durch seine Alternative auf, dass Arbeitssysteme, so wie wir sie seit Jahrhunderten kennen, nicht in Stein gemeißelt sind.


Was ist New Work?

Das New Work-Konzept nach Bergmann stieß eine Debatte an, die uns seit den 80er-Jahren bis heute begleitet und zunehmend an Bedeutung gewinnt. Immer mehr beschäftigen wir uns als Gesellschaft mit der Frage, ob es zielführend ist, Arbeit nur als Mittel zum Zweck zu betrachten.

Dieser Prozess geht mit tiefgreifenden wirtschaftlichen, politischen und soziokulturellen Entwicklungen einher. Die Menschheit hat im 21. Jahrhundert längst das Zeitalter der industriellen Revolution und seiner “Old Work” hinter sich gelassen. Unser Alltag ist stattdessen von neuen Einflüssen geprägt, wie...

  • ...der Digitalisierung, die unter anderem den Handel, die Bildung, das Finanzwesen und auch das Gesundheitswesen immer mehr in den virtuellen Raum verlagert;
  • ...der Automatisierung durch innovative Technologien und künstliche Intelligenz, mit der Arbeits- und Produktionsschritte neu gestaltet werden;
  • ...der Globalisierung, welche die Weltwirtschaft, Mobilität und Diversität nachhaltig verändert;
  • ...der Veränderung der Bevölkerungsstruktur, wie zum Beispiel der Mangel an Nachwuchskräften durch niedrige Geburtenraten seit den 70er Jahren.

Diese Faktoren führen zu einem radikalen Wandel der Berufswelt, welcher Unternehmen wie auch Arbeitnehmer zwingt, umzudenken. Genau an diesem Punkt setzt New Work an. Es ist eine Art Sammelbezeichnung für Strategien, Konzepte, Methoden und Denkansätze, die sich mit der Zukunft der Arbeit beschäftigen.

Das wohl wichtigste Merkmal ist, dass es sich bei New Work nicht um einen starren Ansatz handelt. Es ist vielmehr ein sehr vielschichtiges Konstrukt, dass alle Bemühungen umfasst, die Arbeitswelt unter den neuen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen umzugestalten.


Besonderheiten und Bedeutung von New Work

Wenn es darum ginge, ein Leitmotiv für New Work zu finden, so wäre dies wohl die Bewertung der Arbeit selbst. Der eigene Beruf ist für die meisten Menschen nicht länger Hauptlebensinhalt. Vielmehr tritt die Frage nach der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns in den Vordergrund. Um es mit den Worten Bergmanns auszudrücken: bei New Work geht es letztendlich darum, die Arbeit so zu organisieren, dass man “die Arbeit tun kann, die man wirklich, wirklich will.”

Warum New Work aber nicht nur für Arbeitnehmer vorteilhaft ist, sondern auch große Chancen für Arbeitgeber bietet? In Zeiten von Fachkräftemangel und dem sogenannten „War of Talents“ wird kein Unternehmen um eine Neuorganisation der Arbeitsstrukturen herumkommen. Außerdem resultieren, so paradox es klingen mag, aus New Work auch Produktivitäts- und Leistungssteigerungen. Denn zufriedene und motivierte Mitarbeiter erledigen ihre Aufgaben effizienter und tragen mehr zur Wertschöpfungskette von Unternehmen bei. Das führt folglich auch zu glücklicheren Kunden – und damit zu Wettbewerbsvorteilen.

Dieser Paradigmenwechsel von der stupiden Leistungsgesellschaft zur bewussten, sinnstiftenden Arbeit ist es, was New Work ausmacht. Das bringt tiefgreifende strukturelle Veränderungen mit sich, die die gesamte Arbeitswelt betreffen. Der Wandel reicht von der Führungskultur in Unternehmen bis hin zu innovativen Arbeitsformen und einer neuen Definition von Arbeit.

Das spannende an diesem Prozess ist, dass es sich weniger um eine kontrollierte Renaissance handelt, die sich exakt auf einen bestimmten Zeitpunkt oder Auslöser zurückführen lässt. Tatsächlich gab es nie einen offiziellen Startschuss bei Arbeitern, Unternehmen und der Wirtschaft, um mit der neuen Arbeit zu beginnen. Vielmehr ist das New Work-Konzept lebendig und nimmt bereits seit Jahren auf unseren Berufsalltag Einfluss. Die Arbeitswelt 4.0 ist schon längst gelebte Realität:

  • Talentierte Arbeitnehmer der Generation Y und Z lassen sich nicht mehr allein durch hohe Löhne oder Status locken, sondern wünschen sich zunehmend, sich in ihrer Arbeit entfalten zu können.
  • Unternehmen sehen ihre Mitarbeiter als ihr größtes Potential, dass es zu fördern gilt;
  • Bestehende Organisationsstrukturen für Arbeitsprozesse lösen sich auf, Vorgänge werden zunehmend digital erledigt und damit flexibler, schnelllebiger und ortsunabhängiger;
  • Arbeit und Freizeit lassen sich nicht mehr strikt trennen, weshalb es einer neuen Symbiose bedarf;
  • Die Abkehr von der klassischen Nine to Five Woche schreitet voran und neue Modelle wie Homeoffice und Coworking Spaces finden großen Anklang.

Beispiele für die Umsetzung von New Work

Noch deutlicher wird der nachhaltige Transformationsprozess bei den innovativen Arbeitsmodellen, die sich dem New Work-Konzept zuordnen lassen. Diese Arbeitsformen haben gemein, dass sie auf Digitalisierung basieren, moderner Organisation und Führung bedürfen und das Arbeiten neu definieren. Einige Beispiele hierfür sind:

  • Arbeitszeit-Flexibilisierung: Starre Zeitstrukturen und Schichtsysteme werden aufgebrochen und an moderne Bedürfnisse angepasst. Beispiele hierfür sind die 4-Tage Woche und der 6-Stunden Tag als Alternativen zur Nine-to-five-Woche.
  • Remote Work und Freelancing: Menschen können von überall aus arbeiten und müssen das nicht mehr zwingend für nur ein Unternehmen tun. Organisationen haben dadurch wiederum die Chance, bei ihrem festen Personal kosteneffizient zu planen. Sie können bei Bedarf gezielt externe Experten zu Rate ziehen oder mit Crowdworkern flexibel auf kurzfristige Engpässe reagieren.
  • Innovatives und interaktives Arbeitsumfeld: Office-Konzepte sollen zunehmend so gestaltet werden, dass Mitarbeiter sich wohlfühlen und ihr kreatives Potential frei entfalten können. Mögliche Formen der Umsetzung sind Coworking Spaces und Desk Sharing.
  • Agiles Arbeiten: Um mit der Zeit gehen zu können, braucht es kurze Entscheidungswege, schnelle interne Abläufe sowie aktive Förderung und Entwicklung neuer Ideen.
  • Homeoffice: Homeoffice ist ein wichtiges Instrument, wenn es um die Work-Life-Balance von Mitarbeitern geht. Richtig eingesetzt kann es die Produktivität fördern, Stress und Kosten reduzieren und die Motivation steigern.
  • Virtuelle Teams: Dank der Digitalisierung sind Mitarbeiter wie Prozesse nicht mehr zwangsläufig standortgebunden. Teams können mittlerweile erfolgreich an Projekten arbeiten, ohne sich dabei jemals persönlich begegnet zu sein. Das eröffnet Unternehmen viele neue Möglichkeiten, bedarf aber gleichermaßen entsprechender technischer, kommunikativer und organisatorischer Voraussetzungen.


  • Die Einführung dieser und ähnlicher innovativer Ansätze für Arbeitsprozesse lief in den vergangenen Jahren vor allem in größeren Unternehmen noch recht zögerlich ab. Der bewusste Einsatz moderner und flexibler Strukturen wurde zumeist eher der Start-up-Szene zugeschrieben.

    Mit der Corona-Pandemie wurden diese Karten neu verteilt. Innerhalb kürzester Zeit waren nahezu alle Unternehmen gezwungen, sich einer neuen Arbeitsrealität zu stellen. Homeoffice, virtuelle Teams und digitale Meetings wurden plötzlich zum neuen Standard.

    Auch wenn der Anlass kein positiver war und diese abrupte Umstellung etliche Schwierigkeiten verursachte, die unerwartete Neugestaltung vieler Abläufe brachte auch Positives mit sich. Die Debatte, wie das Arbeiten der Zukunft aussieht, ist aktiver denn je.


    Das Haus des New Work von grandega

    Bedenken Sie all das, was wir Ihnen bis eben berichtet haben, ist nur eine sehr oberflächliche Einführung zum Thema New Work. Es verwundert also nicht, dass häufiger von einem Megatrend die Rede ist. New Work umfasst alle Faktoren der Arbeitswelt, vom Mindset der Menschen über Strategien bis zu den richtigen Tools für das Erledigen von Aufgaben.

    Dieses breite Spektrum macht es allerdings für Unternehmen zur Herausforderung, sich nachhaltig auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Hinzu kommt, dass der Transformationsprozess für jede Organisation ein sehr individueller ist und unterschiedlicher Impulse bedarf.

    Vor diesem Hintergrund hat grandega als Management- und Technologieberatung das Modell vom Haus des New Work entwickelt. Hierbei erarbeiten unsere Experten ein auf Sie und Ihre Bedürfnisse maßgeschneidertes Konzept für die New Work Transformation Ihrer Organisation. Das basiert auf 4 Dimensionen:
    1.) People: Die Menschen, die das Fundament Ihres Unternehmens bilden. Dazu zählen sowohl motivierte Mitarbeiter wie auch ausgebildete Führungskräfte, die New Leadership Maßnahmen umsetzen können

    2.) Structure: Alle strukturellen Rahmenbedingungen in Ihrer Organisation, wie organisatorische Abläufe oder die Büro- und Arbeitsgestaltung.

    3.) Cooperation: Die Gestaltung der Zusammenarbeit aller Beteiligten, indem Rangordnungen und Teams neu gebildet und gemeinsame Freiräume geschaffen werden.

    4.) Tools: Die Implementierung digitaler Lösungen und Prozesse, mit deren Hilfe Ihre Belegschaft den Arbeitsalltag optimal realisieren kann.


    Auf dieser Grundlage unterstützen wir Ihr Unternehmen dabei, New Work aktiv zu leben, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

    Sie möchten mehr über New Work und unseren integralen Kompetenzansatz erfahren? Dann kontaktieren Sie uns gern für ein Gespräch über Ihre Transformation.

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