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Transformation Assurance aus der Backstube – Plätzchenbacken, betriebswirtschaftlich besinnlich

Samstagnachmittag. Der Kaffee steht bereit, der Ofen heizt vor, die Küche ist freundlich belebt. Heute läuft der Proof of Concept für unser Jahresziel: mehr Lächeln pro Minute bei konstantem Kalorienbudget. Die Versuchsumgebung heißt Backstube, das Vorgehensmodell: Transformation Assurance. Keine Dogmatik, kein Drama, nur entspannte Steuerung, damit am Ende goldbraune Ergebnisse in der Dose und gelassene Gesichter am Tisch landen.

Assurance ist kein Zusatzaufwand. Sie verhindert Streuverluste: beim Mehl wie bei der Energie.

Think & Inspire: Zielbild und Nutzenhypothese (DoB – Definition of Besinnlichkeit)

Bevor der erste Teig die Schüssel füllt, sprechen wir das Zielbild laut und konkret aus: drei bis vier Sorten, goldbraun statt „Kohle“, stabil genug für die Reise zu Oma Frieda und so gut, dass sie im Kinder-A/B-Test gegenüber der industriellen Alternative bevorzugt wird. Zeitfenster: 15 – 18 Uhr. Transition: Küche um 18:30 Uhr sauber, der Ton bleibt freundlich. Erfolgssignal: die erste Dose füllt sich ohne erhobene Stimmen, aber mit deutlich erhobenem Stimmungsindex.

Warum das? Weil ein gemeinsames Wozu leiser macht. Wenn klar ist, dass wir heute nicht die Weltmeisterschaft des Zimtsternbackens anstreben, sondern die Maximierung der Adventsgelassenheit, verschwinden Nebenkriegsplätze. Der Prozess erhält eine Richtung.

 

Design, Enable & Act: Prozess, Rollen, Kapazität (aka „Kanban fürs Keksblech“)

Wir verteilen keine Kommandos, nur Sinn: Eine Person knetet den Teig, eine sticht aus, eine steht am Ofen und guckt, eine dekoriert, und wer Luft hat, spült. Rollen rotieren, die Stimmung bleibt gut. Die Fläche ist zweckmäßig zoniert: hier Mehl und Teig, dort Backen und Kühlen – so bleiben Wege kurz und Ärmel sauber.

Die Sortenwahl treffen wir mit einem kleinen Scoring: traditionell notwendig, beliebt, machbar. Vanillekipferl punkten in „Beliebtheit“, Butterplätzchen in „Machbarkeit“, die komplizierten Zimtmandelsterne dürfen als „Experimentalsorte“ nur in kleiner Pilotmenge an den Start. Danach geht’s an die Kapazitätssteuerung: ein Blech in Arbeit, eines im Ofen, eines am Abkühlen. Mehr WIP (Work in Progress) braucht kein Mensch. Der Timer läuft, die Ofenaufsicht schaut in Minute sieben oder acht tatsächlich hinein, nicht ins Handy. Deko? Erst, wenn die Plätzchen abgekühlt sind. Das ist kein Dogma, das ist Anti-Schmelz-Management.

Und falls etwas kippt, gibt es unsere Andon-Schnur in freundlich: die „Stopp“-Geste. Hand heben, einmal abmehlen, kurz prüfen: Fehlt Mehl, fehlt Platz, fehlt Zeit? Danach geht’s geordnet weiter.

Measure & Run: Qualität, die man schmeckt – und messen kann (ohne Labor)

Vor dem großen Dosenschließen läuft ein kleiner Qualitätscheck: Farbe gleichmäßig, Form stabil, Geschmack im Vier-Augen-Prinzip (eine Kinder- und eine Erwachsenenstimme), und ein leichter Fingerdruck lässt den Keks nicht zerbrechen. Fällt etwas durch, ist das kein Scheitern, sondern Lernkurve: dünner ausrollen, eine Minute kürzer backen, Deko etwas später.

Wir zählen nicht jeden Krümel, aber wir beobachten: Die Bruchrate bleibt unter fünf Prozent, die Zeit pro Blech schwankt kaum, der Stimmungsindex bleibt im grünen Bereich. Und unsere Lieblings-KPI hat einen Namen: Return on Icing (RoI) – Freude pro Zuckerlöffel.

Am Ende gibt’s eine Mini-Retro auf der Arbeitsplatte. Zehn Minuten reichen: Was behalten wir? Was streichen wir? Was probieren wir nächstes Mal? Aus der Küche wird so ganz nebenbei eine lernende Organisation.

Das Transformation Office: die freundlichste Stimme im Raum

Transformation Assurance braucht manchmal eine neutrale Instanz. Keine Krawatte, dafür Mehl an den Händen. Sie erinnert an den Timer, sieht, wo eine Hand fehlt, stellt leise die Frage „Sind wir noch auf dem richtigen Weg?“ und macht aus drei Gesprächen wieder eines. In Projekten nennen wir das „Transformation Office“. In der Küche heißt es: „Mag jemand die Bleche drehen?“ Und plötzlich passt der Durchsatz wieder.

Fazit: Design-to-Glühwein

Transformation Assurance in der Backstube ist keine Dosierung der Vorfreude. Sie ist die Kunst, die wenigen Dinge zu klären, die den Unterschied machen, damit Ergebnis und Stimmung zusammenpassen. Wenn Ziel, Ablauf und Qualität sichtbar sind, bleibt mehr Raum für das, worauf es ankommt: zusammen sein, lachen, naschen. Den Rest erledigt die Dose – luftdicht.

Gute Plätzchen sind selten Zufall. Meist sind sie das Nebenprodukt eines ruhigen Systems – und einer Prise Humor.

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